Über INTIS

Institut für Interkulturelle Islamforschung in Wien

Begründung, Methodik und Aktivitäten

Einführung:

Dass der Weg zu einem effektiven interkulturellen bzw. interreligiösen Dialog sich nur schwierig gestalten lässt, wird uns fast tagtäglich vor Augen geführt. Unterschiedliches kulturelles, religiöses und geschichtliches Verständnis hindert essentiell das gegenseitige Verstehen. Das meist egozentristisch orientiertes Selbstverständnis des jeweiligen Kulturkreises lässt jeden, auch gut gemeinten interkulturellen Dialog ins Leere laufen.

Dialog der Elite zeigte sich insbesondere in den letzten Jahrzehnten als ein sich lohnendes Unterfangen. Die erwartete Wirkung dieses so genannten „Dialog der Elite“ ist dennoch nur in bescheidenem Maße bei der Masse angekommen.

Dass trotz aller Schwierigkeiten der interkulturelle Dialog der einzige vernünftige Alternative darstellt, um dem, angesichts der letzten dramatischen Ereignisse im Nahen Osten fast utopisch gewordenen Weltfrieden einen Schritt näher zu kommen, steht für mich außer Zweifel.

I. Methodologische Ausführung:

1. Auf verschieden Ebenen, verschiedenen Etappen und in verschiedenen Bereichen kurzfristig sowie langfristig sollen wir planen und arbeiten. Diese Dialogveranstaltungen müssen in regelmäßigen Abständen organisiert werden.

2. Realitätsbezogener und Zielorientierter interkultureller bzw. interreligiöser Dialog soll anstelle von meist unbewusst geführtem Monolog antreten. Ein interkultureller Dialog mit solchem Anspruch ist, meiner Meinung nach, nicht nur denkbar sondern auch realisierbar, würde man nicht zu euphorisch und ungeduldig auf diesem Weg heran schreiten.

3. Forschungsergebnisse im gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und theologischen Bereiche sollen als wissenschaftliche Grundlagen für die Dialogveranstaltungen dienen und die Ergebnisse bzw. die Beiträge dieser Veranstaltungen sollen genau protokolliert und veröffentlicht werden, damit wir auf sie für die darauf folgenden Veranstaltungen bauen können und sinnlose Wiederholung der Inhalte vermeiden.

4. Selbstüberwendung und Hinterfragung der eigenen Axiome sowie selbstkritische Neulesung der jeweiligen eigenen Kulturgeschichte.
 
5. Dem anderen mindestens so lange zuhören wie zureden, denn dies ist der einzige Weg, den Streitgegenstand von der Warte des anderen heraus authentisch zu erfahren. In einer Ich/Du-Dialektik kann der jeweilige Gesprächpartner zwei neue Erkenntnisse über den anderen von wesentlicher Bedeutung erwerben. Zum einen, wie der andere sich selbst versteht (das eigene Selbstverständnis bzw. wie er sich selbst definiert und zum anderen, wie er mich sieht bzw. definiert.          

6. Externe Kritik soll mindestens genauso ernst genommen und als eine bereichernde Herausforderung verstanden werden. Denn Selbstkritik ist zwar zweifellos eine wertvolle interne Leistung, sie allein reicht aber nicht zu einer Rekonstruktion der eigenen Wertvorstellungen. Dafür muss man sich selbst in einem fremden Spiegel sehen.

Ein solches Unternehmen dem Zufall zu überlassen, wäre fatal und Zeitvergeudung. Die Vielzahl der vorhandenen agierenden Dialoginitiativen drückt die Vielfalt der Ausgangspositionen der jeweiligen Institution aus. Je mehr Dialogsinitiativen entstehen, desto vielfältiger die Ergebnisse. Und je mehr diese Initiativen ihre Aktivitäten miteinander koordinieren desto wirkungsvoller ihre Leistungen.
 
Monatliches Treffen:  „Einführung in die islamische Religion“

Datum: jeden letzten Freitag des jeweiligen Monats.
Zeit: 18.00 – 20.00 Uhr 
Ort: Islamisches Zentrum Wien - Bibliothek - www.izwien.at

Zweimonatige Veranstaltungen: (Speziell für wissenschaftliche; kulturelle; religöse und ministerielle Institutionen)
   
Vierteljährige Veranstaltung (Abendseminar): 

Jahreskonferenz für internationale Gäste und Publikum (Eine Ganztägige Konferenz)
Zeit: 09.00 – 20.00 Uhr
Ort: Islamisches Zentrum Wien - www.izwien.at

Hinweis: Veranstaltungen, die denselben Termin haben, wie z. B. die zweimonatige und die viertelljährige, werden zusammengehalten.

 


 


II. Themenbereiche der monatlichen Veranstaltungen:
                                                            
Zum Begriff „Monotheismus“.

Der Islam und die Schriftbesitzer (Juden und Christen)
Zwei Bedeutungen für den Begriff Islam?

Islam und Gesellschaft.
     
Begriffsanalyse: Gemeinschaft und Nation
Soziale Solidarität und Identität

Islam und Wissenschaft

Grundeinstellung in Qur`an und Sunnah (Überlieferungen)
Leistungen in Natur- und Geisteswissenschaften


Islam und Recht:

 Was bedeutet der Begriff „Schari`a“?
Schar`a  und die gesellschaftliche Loyalität
    

Islam und Politik:

Die erste pluralistische Konzeption (Schura und Demokratie)
Stellung der Minderheiten in einer islamischen Gesellschaft

Islam und Wirtschaft:

Eine Sozialmarktwirtschaft?
Zwischen „Zakat“ und Steuer


Entstehungsgeschichte des Islam:

Kurze Biographie des Propheten Muhammad
Die Kernbotschaft seiner Kündigung


Politische Entwicklungen:

Die Auswanderung von Mekka nach Medina (622 n. Chr.)
Kriegerische Auseinandersetzungen und Vereinigung Arabiens

Islamische Kulturgeschichte:

Die ersten Islamwissenschaften im I. islamischen Jahrhundert
Entstehung der Hadith- und Rechtswissenschaften und Theologie

Eigene Erfahrungen mit dem Islam:

Der Islam als eine praktische Weltanschauung
Wie vereinbare ich meine religiösen Verpflichtungen mit meinem Alltag (Schule, Studium oder Arbeit)?

Nichtmuslimen in einer mehrheitlichen islamischen Gesellschaft

Beispiele aus der Geschichte
Beispiele in der Gegenwart

Der Islam aus einer anderen Perspektive:

Was ist der Islam für mich?
Wie komme ich mit Muslimen zurecht?

III. Allgemeine Hinweise:

Die Reihenfolge dieser Themenvorschläge kann wegen aktuellen Anlässen entsprechend geändert werden.

Die ReferentInnen sind Konfession und Geschlecht unabhängig.

Ein Referat und ein Kommentar werden aus dem Podium gehalten dann folgt anschließend eine Plenumsdiskussion.    

Die Einführungsreferate der monatlichen Veranstaltungen werden so kurz wie möglich gehalten, um ausreichende Zeit für die Diskussion zu gewähren.

Themenvorschläge für spätere Veranstaltungen von Seiten der Teilnehmer sind willkommen.

IV. Themenvorschläge für die weiteren Veranstaltungen:
          (Quartal, halbjährige und Jahreskonferenzen)

Interkulturalität und soziale Authentizität, eine historisch-kritische Betrachtung:

Exklusivität und Selbstverwirklichung
Überwendbarkeit der eigenen Geschichte

Meinungsfreiheit, grenzenlos?:

Zwischen Menschenrechten und Menschenwürde
Religiöse Identität und gesellschaftliche Loyalität   

Zwischen Integration und Assimilation:

Eine Begriffsanalyse
Ist eine identitätsgerechte Integration möglich?

Pluralismus und Menschenrechtsverständnis im Islam:

Medina Charta, die allererste Menschenrechtserklärung?
Uno-Menschenrechtserklärung im Vergleich zur Islamischen

Die Stellung der Frau im Islam: 

Was sagen der Qur`an und die Sunnah darüber
Zwischen Religion und Tradition

Interkulturelle Erziehung als eine doppelseitige Herausforderung:

Tradition und Religion in der Fremde
Zu einer interkulturellen Synthese

Koexistenz von Religion und Politik in einer multikulturellen Gesellschaft:

Politik und Religion in der Moderne (Antithese)
Religion und Politik in der Postmoderne (Synthese?)

V. Allgemeine Anmerkungen:

- Die oben stehenden sechs Themen sind für die Quartal-, Halbjahres- und   Jahreskonferenzen unabhängig von ihrer Reihenfolge vorgesehen und dienen in dieser form nur als Leitfaden für die spätere Detaillierung des jeweiligen Themas.

- Detaillierte Konferenzprogramme werden rechtzeitig jeweils vor der Veranstaltung angefertigt und bekannt gemacht bzw. mit einer Einladung an Interessenten zugeschickt werden.
 
- Die zweimonatigen Veranstaltungen finden regelmäßig mit Kooperationspartnern in den wissenschaftlichen, kulturellen, kirchlichen, und medialen Bereichen sowie mit Regierungsbehörden bzw. Ministerien statt.

- Zweck dieses Treffens ist eine ständige Besprechung und Evaluierung sowie die Koordinierung der jeweils eigenen interkulturellen Aktivitäten zu schaffen.

- Termine werden mit der jeweiligen Institution vereinbart bzw. festgelegt und rechtzeitig bekannt gegeben. Vorgesehen sind  die letzten Donnerstage von den Monaten Februar, April, Juni, Sept. u. Nov.

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